Wandern auf dem Kungsleden und Eisenerz in Kiruna

Immer wenn wir gefragt wurden, wohin wir denn fahren wollten, haben wir „in den Norden“ und „Kiruna“ als groben Anhaltspunkt genannt. Und jetzt? In dieser Woche erreichten wir Kiruna und wir müssen uns so langsam überlegen, wo es als nächstes hingehen soll. Doch vorher ging es für uns zum Wandern nach Nikkaluokta.

Nikkaluokta: Wanderparadies und Startpunkt zum Kebnekaise

Kennt ihr Nikkaluokta? Nein?! Macht nichts, wir kannten es vorher auch nicht und wären vielleicht nicht hingefahren, wenn wir nicht dem Tipp von NielsSusanne (Vielen Dank auch noch mal an dieser Stelle) und der Empfehlung des Lonely Planets gefolgt wären. Nikkaluokta liegt direkt am Kungsleden (dem Königsweg), der jedes Jahr von ca. 30.000 Wanderern besucht wird. Und Nikkaluokta ist ein guter Einstiegspunkt, um bis nach Abisko auf der etwa 100 Kilometer langen Strecke zu wandern.

Mit einer Bootstour oder dem Hubschrauber lässt sich der Weg sogar noch ein wenig verkürzen, besonders wenn man den höchsten Berg Schwedens, den Kebnekaise besteigen möchte. Wir haben in Nikkaluokta insgesamt 3 Nächte verbracht und eine kleine Wandertour zum 6 km entfernten See Láddjujávri unternommen. Am See angekommen, hatten wir uns den Sprung ins Wasser mehr als verdient, bevor wir wieder die Wanderschuhe schnürten und den Rückweg antraten.

Obwohl in Nikkaluokta die Wanderer in Bussen angeliefert werden, war es auf dem Wanderweg ruhig genug. Lediglich der Hubschrauber durchbrach die Stille, als er regelmäßig seine Runden über unseren Köpfen drehte. Ein einfacher Rundflug ist übrigens gar nicht so teuer. Bei 4 Personen zahlt jeder Fluggast umgerechnet etwa 100 Euro.

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Apropos Hubschrauber: Wir guckten nicht schlecht, als direkt vor BABA ein Hubschrauber landete und wenig später mit einem Kleinbagger an der Leine wieder abhob. Bei Instagram haben wir auch ein paar Stories dazu gemacht. Wenn du diese kleinen Stories mitbekommen möchtest, dann solltest du uns auch auf Instagram folgen.

Am Mittwoch verließen wir schweren Herzens diese wundervolle Landschaft wieder, denn jetzt sollte es wirklich nach Kiruna gehen. Und tatsächlich: Am Nachmittag erreichten wir Kiruna, füllten unsere Vorräte wieder auf, bevor wir zu einem schön gelegenen Parkplatz Richtung Jukkasjärvi weiterfuhren. Denn für Kiruna wollten wir uns ein bisschen mehr Zeit nehmen.

Das berühmte Eishotel in Schweden: Einen Besuch wert?

Auf dem Weg zu unserem voraussichtlichen Schlafplatz kamen wir auch am berühmten Eishotel Schweden vorbei. Seit Ende 2016 wird das Eishotel nicht jedes Jahr erneut aufgebaut und schmilzt im Frühjahr, sondern es ist 365 Tage im Jahr geöffnet.

So hätten wir auch jetzt im Hochsommer  ein Zimmer für die Nacht buchen können. Leider haben wir von dem Eishotel außer ein paar Bildern nicht wirklich etwas sehen können. Das Hotel befindet sich in einer bunkerähnlichen Anlage.

Es gibt zwar die Möglichkeit einen Rundgang zu buchen, man muss also nicht zwangsläufig dort schlafen, um sich von den Eisskultulpturen und der Eisbar verzaubern zu lassen. Doch der Rundgang kostet knapp 30 Euro pro Person! Das war uns definitiv zu viel Geld, das wir lieber bei einem Abendessen zu Zweit ausgeben.

Der vorerst letzte Sommertag in Jukkasjärvi

Gegen 20 Uhr fanden wir einen sehr schönen Parkplatz in Jukkasjärvi, wieder mal direkt an einem Badesee. Doch dieser Badesee war anders. Statt Steinen, Felsen oder Kies führte hier feiner Sandstrand ins Meer und das Wasser wurde einfach nicht tiefer. 50 Meter und dir steht das Wasser immer noch knapp bis zum Knie? Das kennen wir doch sonst nur aus Laboe! 😉

Hier genossen wir den letzten schönen Tag laut Wetterbericht, und gingen am nächsten Morgen im See baden, bevor es nach der Arbeit wieder nach Kiruna ging.

Kiruna: Fest in der Hand des Eisenerzes

Hätte Kiruna nicht auf unserer Route gelegen, ich weiß nicht, ob wir wirklich hier hergekommen und dann auch noch fast eine Woche hier geblieben wären. Kiruna ist fest in der Hand des Bergbauunternehmens LKAB. Überall in der Stadt sieht man den Schriftzug, Baustellen oder Fahrzeuge.

Es heißt, dass jeder Einwohner Kirunas – und das sind immerhin über 18.000 Menschen – entweder für das LKAB arbeitet, einen Verwandten hat, der dort arbeitet oder zumindest für einen Zulieferer arbeitet. Dementsprechend groß ist also der Einfluss des Unternehmens.

Kiruna – eine Stadt zieht um

Als das Unternehmen vor ein paar Jahren feststellte, dass das Graben unter der Stadt dazu führt, dass die Stadt immer weiter absackt, hätten sie sagen können „okay, dann machen wir halt woanders weiter“. Stattdessen wurde ein Plan entwickelt, der vorsieht, dass etwa 1/3 der Stadt umzieht. 5 KM weiter östlich. Darunter auch das Stadtzentrum mit Fußgängerzone, Verwaltungsgebäude wie das Rathaus oder Schulen, aber auch Wohnhäuser und Blöcke. Einfach alles, was auf dem Erzvorkommen steht.

Das neue Rathaus, stellvertretend für den neuen Stadtkern, haben wir bereits sehen können. Drumherum nur viele Baustellen. Innerhalb der nächsten etwa 30 Jahre sollen alle betroffenen Gebäude umgezogen sein, bezahlt von dem Bergbauunternehmen. Das Timing spielt dabei eine große Rolle. Denn niemand möchte der Erste sein, der sein Geschäft am neuen Standort errichtet, während alle das Leben sich noch in der Altstadt abspielt. Umgekehrt möchte niemand der Letzte in einer ausgestorbenen Alstadt sein.

Als wir durch die Altstadt gingen, sahen wir von dem großen Umzug eigentlich eher wenig. Klar, die Häuser werden jetzt vielleicht nicht mehr so gepflegt, da der Umzug naht. Aber so ein Haus auf Stelzen, bereit zum Umzug (was ich mir insgeheim gewünscht hätte) haben wir leider nicht gesehen.

Bei der Zeit, die wir in Kiruna verbrachten, hätten wir theoretisch auch noch eine Bergwerksbesichtigung machen können. Praktisch hielt sich unser Interesse dann doch in Grenzen und war uns die etwa 30 Euro pro Person nicht wert.

Letzte Chance für einen Einkauf

Der Hauptgrund, warum wir noch ein paar Tage länger in Kiruna blieben, war weniger die Stadt, als ihre Infrastruktur. Denn Kiruna ist die letzte „Großstadt“ vor der norwegischen Grenze. Das konnte man sehr gut daran erkennen, dass die Norweger hier die Coop- und ICA-Märkte leer räumten. Besonders im Getränkebereich waren die Norweger fleißig.

Auch wir werden noch einmal kräftig einkaufen und müssen vielleicht nochmal unsere Gasflasche tauschen. Außerdem muss Moe vor Norwegen nochmal zum Tierarzt und sich eine Wurmkur abholen. Aber dazu mehr in der nächsten Woche.

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