Von 120 qm auf 30 qm: Wie lebt es sich mit Minimal-Ausstattung?

Eine Katastrophe. Eine absolute Katastrophe. Wie soll ein Hausstand von 120 qm in eine 1-Zimmer Wohnung mit 30 qm passen? Ganz ehrlich: Ich war irgendwie total im Rausch. Zwischen absoluter Verzweiflung und dem Gedanken: Das passt schon alles.

Ja. Ich möchte in einem Wohnmobil wohnen und ja, ich möchte nicht 1.000 Kisten einlagern müssen. Mein Kopf weiß das alles. Aber mein Verstand, mein Herz, möchte das nicht wahrhaben.

Wie lebt es sich mit Minimal-Ausstattung?

Ich bin eigentlich gar kein Sammler. Und auch kein Deko-Freak. Trotzdem hatte ich 3 Kisten mit Weihnachtsdeko und allerlei Kram, der sich eben angesammelt hat. Wirklich alles nur Geschenke? Nee.

Der erste Krampf waren die ganzen Bücher. Ich gebe zu: Ich habe sie nicht gezählt. Wie oft mein Herz gebrochen ist, beim Bücher weggeben, habe ich auch nicht gezählt. Aber sie sind weg. Sie haben eine neue Heimat im Werkforum Kiel bekommen, der Rest ist bei Rebuy gelandet und hat mir ein nettes Sümmchen auf das Konto gespült.

Trotzdem: Ohne Bücher lebt es sich nicht gut. Deswegen habe ich aktuell immer noch ein ganz kleines Billy-Regal neben dem Klappbett stehen. Mit ungelesenen Büchern, versteht sich. Wenn die gelesen sind, wandern sie zur Pflege (zu meiner Schwester).

Klamotten – die waren leicht auszusortieren. Ich brauche nicht viel. Aber der ganze Kindheitskram. Erinnerungen. Ein Mantel, der wichtig war – aus Gründen. Eine Mundharmonika, von meinem verstorbenen Opa.

Alter Modeschmuck. Kram eben. Der sich ansammelt, über Jahre. Den man nicht braucht, der keinen Nutzen hat. Und doch unersetzbar ist, weil Erinnerungen daran hängen.

Für mich war die Zeit des Ausmistens (die immer noch nicht ganz abgeschlossen ist, leider) radikal. Sie kostet verdammt viel Kraft. Es tut weh, physisch und psychisch. Warum ich mir das antue?

Wir haben da einen Traum.

Und dieser Traum überlagert alles, er zieht mich voran und er lässt mich immer wieder mit dem Gefühl zurück: Diese Schritte, die du gerade machst. Diese Trennungen, dieser Schmerz – der ist für etwas Größeres. Die Reise.

Wir haben da einen Traum

Manche denken, wir machen bald einen großen Urlaub und gehen auf Europa-Reise. Aber so ist es nicht. So war es nie geplant.

Ja, wir wollen auf Europa-Tour gehen, mit unserem Wohnmobil, das noch gekauft werden muss. Wir wollen unterwegs zu Hause sein. Und wir werden von unterwegs arbeiten.

Das ist das Schöne an unserem Job: Wir brauchen nur Internet und einen Laptop – dann können wir von überall arbeiten. Natürlich schon getestet, beispielsweise in Kroatien, Lissabon und Dänemark.

Also:

Wie lebt es sich mit Minimal-Ausstattung?

Nachdem der große Schritt getan war und wir nun mit (fast) Minimal-Ausstattung leben, kann ich sagen: Warum wollte ich damals unbedingt mehr Platz und sowieso mehr von Allem?

Das Leben ist so viel leichter mit weniger Gepäck. Wirklich. Man muss nicht alles suchen, weil alles seinen Platz hat. Man hat keine „Kraft-Räuber“, alles ist sortiert und (halbwegs) ordentlich.

Reisen mit Wundertrips

Die Hausarbeit ist so viel schneller erledigt. Es bleibt so viel mehr Zeit für andere Dinge. Mit Sicherheit ist unsere Art zu Leben nicht für alle geeignet und wir können auf alle Fälle noch deutlich mehr verbessern.

Aber ich glaube, wir sind auf einem sehr guten Weg. Uns wird der Umzug ins Wohnmobil nicht sonderlich schwer fallen, denn obwohl nicht alles, was wir aktuell in der Wohnung haben, auch im Wohnmobil einen Platz finden wird, wird es ausreichen.

So zu leben, wie noch Anfang des Jahres, kommt für uns nicht mehr in Frage. Und ganz ehrlich: Ich freue mich so sehr auf die Reise. Da ist so ein Abschied von materiellen Dingen gar nicht mehr so schlimm.

Und einen weiteren, schönen Aspekt gibt es noch: Das hier wird endlich der Reiseblog, den wir mal haben wollten, der so gut anlief – und dann aufgrund von Reisemangel zum Erliegen kam. Wundertrips bekommt seine Daseins-Berechtigung zurück.

Wundertrips is back! 

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Über Nicole

Moin! Ich bin Nicole. Hundemama, Blog-Schreiberling, Fotografin und Mädchen für alles. Wenn ich nicht gerade versuche, meine beiden Männer beim Geocachen in die richtige Richtung zu lenken, lese ich oder trinke Kaffee. Bei Wundertrips bin ich hauptsächlich für die Fotos zuständig sowie für die Reiseberichte.

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